Es ist nicht leicht, Indien mit Worten zu beschreiben. Zu groß, exotisch und widersprüchlich wirkt es auf uns Westler. Und es scheint sich eher über die Sinne als über das Denken erfassen zu lassen. So unvergleichlich und subtil sein geistiger Reichtum ist, er ist nie abstrakt, sondern immer auch den Augen, Ohren und anderen unmittelbaren Wahrnehmungen offenbar.

André Wagner gelingt es mit seinen Fotos meisterhaft, uns Indien als eine von höchster Philosophie getragene und gleichzeitig dem Geheimnis des Lebens in jedem Moment hingegebene Kultur zu präsentieren – faszinierend fremdartig und universell vertraut zugleich. Aufnahmen von Tempeln, Palmblattbibliotheken, heiligen Stätten, spirituellen Zeremonien verweben sich mit Natur- und Stadtszenen, alle geprägt von einer intensiven Vitalität.

 

Text von Navneet Raman aus dem Buch "Reflections of India" erschienen im Hans Nietsch Verlag, 2012